15 Mountainbiker, 42 Kilometer, 670 Höhenmeter – und Temperaturen irgendwo zwischen „sommerlich warm“ und „Pizzaofen“. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen entspannten Feierabendride. Eigentlich. Denn schon beim Start zeigte der Tag Charakter: Ein platter Reifen verhinderte diesmal die traditionelle Abfahrt zum Glockenschlag. Noch bevor die ersten Höhenmeter gesammelt waren, wurde bereits geschraubt, gepumpt und gefachsimpelt. Danach rollte die Truppe endlich los – über Kirchackerstraße und Wildberger Straße, vorbei an der Quelle und die Serpentinen hoch bis zum Flieger. Spätestens dort war allen klar: Heute wird keiner frieren. Über Hermann-Dutt-Weg und Wächtersberg ging’s weiter, die Sulzer Straße hinab und am Rotenbühl über den Agenbach. Kurz darauf wartete die erste fiese Rampe des Abends: rechts hoch Richtung Gültlinger Weg. Natürlich „gar nicht so steil“, zumindest laut den Fahrern, die schon oben standen und grinsend nach unten schauten. Belohnt wurden die Strapazen mit herrlichen Trails durch den Wald Richtung Tiefengrubenweg. Am Segelflugplatz Deckenpfronn vorbei führte die Route weiter bis zu einem echten Highlight am Lerchenberg: 1,5 Kilometer feinster Flow-Trail. Kurven, Wellen, Waldboden – Mountainbiker-Glück pur. Das breite Grinsen war selbst unter den Helmen nicht zu übersehen. Doch die Tour hatte noch mehr im Programm. Am Gfloßweg bog die Gruppe scharf rechts ab und kämpfte sich hinauf zum Aussichtspunkt Höhnle. Oben wartete nicht nur eine grandiose Aussicht bis nach Sindelfingen, sondern auch das obligatorische Gruppenfoto – diesmal mit leicht roten Köpfen und dezent erhöhtem Puls. Weiter ging’s über wunderschöne Wald- und Wiesentrails, die Dachteler Allee hinab und vorbei an der Kapfhütte. Danach folgte der nächste Flow-Trail parallel zur Laubwaldallee – knapp zwei Kilometer Fahrspaß vom Feinsten. Manche behaupten, man habe dort kurz Freudentränen in den Augen einzelner Fahrer gesehen. Zwischen Oberjesingen und Kuppingen nahm der Abend dann erneut eine technische Wendung: Ein Nagel hatte offenbar beschlossen, unsere einzige Teilnehmerin auszubremsen. Mantel und Schlauch sagten gleichzeitig „Feierabend“. Doch wahre Mountainbiker kennen keine Panik: Werkzeug raus, Schlauch gewechselt, ein paar lockere Sprüche verteilt – und nach nur 15 Minuten rollte die Karawane wieder der Abendsonne entgegen. Langsam wurde es spät, aber gerade das machte die Stimmung besonders. Der kurze Trail am Kühlenberg, goldenes Licht zwischen den Bäumen und schließlich ein Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch – einer dieser Momente, wegen denen man sich auch freiwillig Berge hochquält. Zum Abschluss wartete noch ein letzter Trail über die Faltergasse nach Emmingen, bevor die wohlverdiente Einkehr auf der Terrasse der HRS erfolgte. Bei kühlen Getränken wurde Thomas Z. für die großartige Tour (zweite Königsetappe dieser Saison) gefeiert – und vermutlich heimlich geprüft, ob nächste Woche wieder so viele Höhenmeter auf dem Plan stehen. Nächste Woche starten wir dann – wenn kein Reifen, Nagel oder sonstige höhere Gewalt dazwischenfunkt – wieder pünktlich um 18:00 Uhr zum Glockenschlag beim Emminger Rathaus.
MTB – Tour 26.05.2026

