Frische Temperaturen, Regenwolken im Anmarsch und Absagen im Minutentakt – beste Voraussetzungen also für eine gemütliche Couchrunde. Dachten zumindest die Vernünftigen. Neun unerschrockene Mountainbiker sahen das natürlich anders und stürzten sich mutig ins Abenteuer „Matsch statt Wohnzimmer“.
Los ging’s in Emmingen die Mühlhalden hinunter auf den Nagoldtalradweg bis zur Rotfelder Holzbrücke. Anfangs noch halbwegs trocken und geschniegelt, rollten wir dem Schwarzenbach entgegen, erst gemütlich auf der Straße, dann rechts ab auf den Waldweg. Nach der Rotfelder Straße wartete bereits der erste Trail – und damit auch die ersten kunstvoll improvisierten Rutschpartien. An der bekannten Furt wurde diesmal nicht der sonst übliche „Wer kommt trocken durch?“-Wettbewerb ausgetragen. Aufgrund des Wetters entschieden wir uns für die weniger spektakuläre, aber deutlich trockenere Variante: Bikes schultern und geschniegelt über die Brücke tragen. Wobei „trocken“ spätestens ab da ohnehin nur noch ein theoretischer Zustand war. Weiter ging’s den Schwarzenbach hinauf bis Wenden – und nein, wir haben dort tatsächlich nicht gewendet. Durch den Ort hindurch und links hoch nach Wart. Auf der Wildbader Straße dann der wichtige Sicherheitshinweis an JR: Vorsicht vor rot-weiß gestreiften Pfosten! Die greifen manchmal überraschend an. Danach wartete das Highlight der Tour: der wunderschöne Trail Richtung Buhler Waldstern. Leider hatte inzwischen auch der Regen beschlossen, aktiv am Fahrspaß teilzunehmen. Der Trail verwandelte sich in eine Mischung aus Schmierseife, Eislaufbahn und Waschstraße. Besonders spannend wurde es, wenn während der Fahrt noch schnell an der Federung herumgestellt wurde – reine Nervensache, gell ML? Über weitere herrlich matschige Trails ging es zurück nach Wart, über die Warterhöhe und am Sportplatz Ebershardt vorbei Richtung Mühlbach. Dort wurde weiter fleißig Schmutz gesammelt, bevor wir am Jägerbusch vorbei Richtung Dreispitz fuhren. Hinter dem Sportplatz Mindersbach wartete schließlich die letzte spaßige Abfahrt Richtung Pfrondorf – inklusive gratis Hinterrad-Drift für alle. Nach 29 Kilometern, 480 Höhenmetern, gefühlt 17 Litern Regenwasser in den Schuhen und einer kompletten Naturmoorpackung kamen wir dank Tourguide Jochen (Dangschee!) zwar tropfnass und dekorativ eingesaut, aber immerhin gesund zurück nach Emmingen. Zum krönenden Abschluss ging’s natürlich direkt in die vorgeheizte HRS-Bar – der einzige Ort des Abends, an dem die Getränke kälter waren als wir. Nächsten Dienstag treffen wir uns wieder pünktlich um 18:00 Uhr zum Glockenschlag am Rathaus.

