MTB – Tour 12.05.2026

13.05.2026 | Radtreff / MTB

Erst Regen. Dann Eiseskälte. Also genau das Wetter, bei dem normale Menschen daheimbleiben, Tee trinken und sehnsüchtig aus dem Fenster schauen. Doch kaum rückte die Uhr Richtung Abfahrt, hatte der Wettergott offenbar doch noch ein Einsehen mit der Emminger MTB-Truppe. Punkt 18 Uhr standen 9 unerschrockene Mountainbiker am Start – diesmal unter der Führung von Thomas Zündel, dem an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gebührt. Los ging’s über die Faltergasse und die Bergwaldstraße über den Hermann-Dutt-Weg zum Flieger, rechts den Berg hinauf und unterhalb des ehemaligen Munitionslagers der Eisbergkaserne weiter Richtung Segelflugplatz Wächtersberg. Schon dort war klar: Heute wird’s nicht nur sportlich, sondern auch landschaftlich allererste Sahne. Über die Grillhütte „Auf der Eck“ erreichten wir schließlich den Aussichtspunkt „Augenblick“ am Wächtersberg – nomen est omen. Herrliche Fernsicht, beste Stimmung und natürlich Zeit für das obligatorische Gruppenbild. Doch wer glaubt, damit sei der gemütliche Teil beendet gewesen, lag goldrichtig. Denn kurz darauf wartete bereits der erste Trail. Schmal, steil und stellenweise eher „Mutprobe“ als Weg. Einige stürzten sich mit einer Mischung aus Fahrtechnik und Gottvertrauen den Hang hinunter. Und plötzlich: Vollbremsung. Mitten auf dem Trail lag jemand im Dreck. Daneben ein Baumstamm. Oder war es umgekehrt? Jedenfalls hatte sich ein Fahrer unfreiwillig näher mit Mutter Erde bekannt gemacht. Die Helmschale komplett gebrochen – der Fahrer selbst zum Glück erstaunlich intakt. Ein kurzer Schreckmoment, ein prüfender Blick in die Runde und die Erkenntnis: Alles nochmal gut gegangen. Der Helm hat seinen Job gemacht. Danach führte die Strecke weiter hinunter, um den vorderen Wächtersberg herum über die Raunswiesen zum Agenbach. Über Rotenbühl und den Sulzer Weg rollten wir Richtung Gültlingen. Oberhalb des Ortes ging es auf wunderschönen Wegen entlang des Buchenbachs weiter, ehe die Gruppe die Hauptstraße Richtung Deckenpfronn querte und anschließend den nächsten Anstieg in Angriff nahm. Um den Killberg herum eröffnete sich eine fantastische Aussicht auf Gültlingen – einer dieser Momente, in denen man kurz vergisst, wie sehr die Beine eigentlich schon brennen. Kurz vor dem Lerchenberg wurde an der legendären „Hirnschale“ nochmals Pause gemacht. Helm richten, Puls beruhigen, ein paar Sprüche verteilen und Kräfte für den Heimweg sammeln. Danach wartete ein echtes Highlight: ein herrlicher Wiesentrail hinunter zum Gültinger See. Flow pur! Einmal um den See herum, „da Buggl na“, und weiter durch Gültlingen hindurch. Entlang des Fischbachs ging es bis zur Mündung in den Agenbach und diesem folgend weiter bis zur Calwer Straße. Die letzten Kilometer führten über den Nagoldtalradweg und durchs Kloster Maria Reuthin – stilecht begleitet von einem im Kloster gespielten „Rum-Ta-Ta“ – zurück Richtung Emmingen. Dort angekommen wartete bereits die vorgeheizte HRS-Bar auf die tapferen Biker. Manche hätten den Abend vermutlich direkt dort ausklingen lassen können, ohne jemals wieder aufzustehen. Nach 31 Kilometern und rund 480 Höhenmetern kehrte die Truppe zurück – leicht geprellt, etwas eingesaut, aber ohne größere Schäden an der Natur. Nächsten Dienstag geht’s natürlich wieder los: pünktlich zum Glockenschlag um 18 Uhr am Rathaus. Mit frischer Kraft, bester Laune – und zumindest einer mit nagelneuem Helm.